Umfrageergebnisse:


Digitalisierung in oberfränkischen Unternehmen

Wie stehen oberfränkische Unternehmen zu Digitalisierung und wie werden entsprechende Förderprogramme und -angebote genutzt? Auf diese Frage hat das Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof (iisys) Antworten gesucht. Über einen Zeitraum von 3 Monaten haben insgesamt 32 Unternehmen in Oberfranken aus verschiedensten Wirtschaftssektoren an der Erhebung teilgenommen. Die Ergebnisse sollen dazu dienen, den Ist-Stand der Unternehmen abzufragen und basierend darauf die Strategie für die Digitalisierungsförderung in Oberfranken anzupassen.

Umfrage Interreg

 


Digitalisierung in Unternehmen – Status Quo

Die Umfrageergebnisse haben ergeben, dass 94% der Befragten mit dem Industrie-4.0-Konzept vertraut sind. Gleichzeitig gibt ein Großteil (71%) an, aktuell keine Digitalisierungsstrategie zu besitzen oder zu verfolgen. Hauptmotivationen zur Anwendung des Industrie-4.0-Konzepts sind vor allem diese: Marktanforderung und Wettbewerbsdruck (70%); Chancen auf Differenzierung im Markt (60%). Allerdings benennen die Teilnehmer auch Herausforderungen, die eine Digitalisierungsstrategie-Entwicklung und -umsetzung verlangsamen oder verhindern. Genannt werden: Fehlendes qualifiziertes Personal und Unkenntnis (61%), Inkompatibilität mit der Unternehmensstruktur (57%), Zeitmangel (52%) und die Annahme, kein digitales Geschäftsmodell zu haben (43%).


Förderinstrumente zur Digitalisierung für Oberfranken

In einem zweiten Schritt wurden die Teilnehmer nach ihrem Kenntnisstand zu Förderinstrumenten zur Digitalisierung für Oberfranken befragt. Nur etwa ein Drittel (36%) kannten lokale, regionale oder nationale Einrichtungen/Institutionen, die Ihnen bei der Umsetzung von Digitalisierungsprozessen Unterstützung anbieten könnten. Dementsprechend fiel auch die Antwort auf die Nutzung von Förderungen aus: Fast 80% der Unternehmen greifen nicht auf die bereitgestellten Leistungen zu. Die Gründe dafür sind vielfältig: Unkenntnis, finanzielle Aspekte und Zeitmangel spielen eine Rolle. Zum anderen wird der Mehrwert nicht immer erkannt und die Problembenennung als herausforderner Prozess betrachtet. Unter denen, die Leistungen bereits genutzt haben, waren Angebote wie Workshops, Machbarkeitsstudien, Beratung, Good Practices und Vernetzungsmöglichkeiten beliebt. Auf die Frage, ob neue Förderangebote zur Digitalisierung benötigt werden würden, antworteten 88% der Befragten, dass dies nicht notwendig sei.


Nutzen der Ergebnisse

Die Erhebung dieser Daten ist Teil des Interreg Europe Projektes DIGITAL REGIONS, an dem sich das iisys beteiligt. Gemeinsam mit Stakeholdern der Region (Wirtschaft, Politik, Verbände) wird ein Aktionsplan zur Digitalisierung in Oberfranken, welcher auch die Umfrageergebnisse mit einbezieht, erarbeitet. Die Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen soll Unternehmen dabei helfen, den Prozess der Digitalisierung leichter zu starten. Der Vergleich der Umfrageergebnisse hat bereits gezeigt, dass unser Nachbarland Schweiz ähnliche Rückmeldungen von Seiten der Unternehmen erhalten hat.


ÜBERSICHT ÜBER ALLE PARTNERREGIONEN

Die Umfrageergebnisse für die 8 Regionen des Projekts zeigen ein ähnliches Muster in allen acht Regionen: Überall wurden erhebliche Lücken in der Bereitschaft der KMU Industrie 4.0 umzusetzen, festgestellt. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Vorteile von I4.0 zu nutzen.

Die Antworten kamen aus einem breiten Spektrum von Wirtschaftssektoren:

  • Kenntnisse über das I4.0-Konzept: Ist oftmals gering oder nur oberflächlich (60% mit geringen Kenntnissen).

  • Motivation, sich der Herausforderung von I4.0 zu stellen: Am wichtigsten sind neue Produkte/Dienstleistungen (wichtig in für Slowenien, Rumänien, Irland) und auch die Steigerung der Produktivität (84% Portugal, 78% Deutschland & Schweiz). Auch die Höherqualifizierung wurde als Schlüssel zu digitalen Transformation angesehen.

  • Herausforderungen in Bezug auf I4.0/Digitaltransformation: Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass sie nicht genug Zeit, Ressourcen, Kompetenz oder Wissen haben, um in die Digitalisierung zu investieren.

  • Digitale Strategie: Über 65% haben keine digitale Strategie in ihrem Unternehmen.

  • Bewusstsein für Unterstützungsservices: 60-70% kennen keine Initiativen, die I4.0 oder die digitale Transformation unterstützen. Bemerkenswert waren die Rücklaufquoten aus den Umfragen mehrerer Regionen, dass für I4.0 kein Bedarf an Unterstützung besteht (88% Deutschland, 74% Portugal, 60% Rumänien, 33% SIowenien)

  • Bewusstsein für Finanzierungsmöglichkeiten: Die Mehrheit der Befragten ist sich der I4.0-Finanzierung nicht bewusst, am höchsten war sie in Slowenien mit 91%, am niedrigsten in der Schweiz 50%.

 

 

 

 

 

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